das kleine zimmer am ende der treppe 2011
ein stück von carole fréchette
"breite deine flügel aus, liebste. nimm dir so viel raum wie du willst."

die stadt liegt in trümmern. jahrelange kämpfe zwischen zwei familien haben aus ihr einen friedhof mit granatenlöchern gemacht. die toten sind anwesend und bereit für ein tänzchen. auf diesem düsteren grund erblüht eine jugendliche liebe und strahlt für einen kurzen moment.
 
henri bietet seiner frisch angetrauten frau grâce das nötige kleingeld und ein haus mit 28 zimmern. eine einzige türe müsse jedoch verschlossen bleiben. fréchettes atemberaubender blaubart-horrortrip wirbelt das paar samt verwandtschaft durch ein labyrinth voller abgründe und rätsel. mysterium familie – kraftplatz und hort der ungeheuerlichkeiten und tabus. lackfläche, gezeichnet von korrodierenden lügen über gut gemeinte übergriffe. vaterlose gesellschaft auf der suche nach der verlorenen zeit. konvention ist der mörtel, gehorsam das baumaterial für das kellerverlies der kleinfamilie mustermann. blut ist kein wasser.
 
von carole fréchette
deutsch von heinz schwarzinger
deutschsprachige erstaufführung
eigenproduktion KosmosTheater
r: barbara klein
choreografie: paola bianchi
komposition / musik: electric indigo, pia palme
ausstattung: gudrun lenk-wane
dramaturgie: silke felber
lichtdesign: helen farnik
fotocredit: bettina frenzel
 
mit: peter bocek, melanie gemeiner, julia kneussel,anna morawetz, susanne rader